Neben der fünf Jahre vorher entstandenen Oper „Orpheus und Eurydike“ gilt „Alceste“ von 1767 als Prototyp von Glucks Opernreform. Der gedruckten Partitur stellte er ein Vorwort voran, in dem er die wesentlichen Absichten dieser Reform skizzierte und in dem es heißt: „Ich versuchte daher, die Musik zu ihrer wahren Bestimmung zurückzuführen, d.h. die Dichtung zu unterstützen, um den Ausdruck der Gefühle und das Interesse der Situationen zu verstärken, ohne die Handlung zu unterbrechen oder durch unnütze Verzierungen zu entstellen.“ Wie im „Orpheus“ konzentrieren sich Gluck und sein Textdichter auf den Handlungskern des Dramas von Euripides. Alle Nebenstränge der Geschichte bleiben ausgespart, und der Musik kommt dabei die neue Aufgabe zu, einen einzigen Affekt in seiner inneren Entwicklung nachzuvollziehen anstatt dem Wechsel der Affekte durch kontrastierende Arien zu folgen. „Schlichte Schönheit“ beanspruchte Gluck für seine Musik, aus der er jegliche Kehlkopfakrobatik verbannte.
Der Nürnberger Produktion liegt die relativ selten gespielte italienische Erstfassung zu Grunde, die im Vergleich mit der später entstandenen prunkvollen Pariser Fassung auf spektakuläre Effekte verzichtet und lyrischeren Charakters ist. Mit Bruno Klimek kehrte einer der erfolgreichsten Regisseure der Ära Wulf Konolds ans Staatstheater Nürnberg zurück. Theaterbesucher erinnern sich an seine Inszenierungen von Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ und „Jenufa“ an der Nürnberger Oper.
Premiere war am 8. März 2008.
| Genre: | Oper |
| Regie: | Bruno Klimek |
| Bühne: | Hermann Feuchter |
| Kostüme: | Uta Winkelsen |
| Ende nach ca.: | 2 Stunden |
„[…] Trotz dieser widrigen Umstände zeigte die musikalische Bilanz Erfreuliches. Wie Anne Salvan den tiefen Schmerz, den traumatischen Zustand zwischen Leben und Tod, den inneren Konflikt, verkörperte und die melodischen Bögen in stillen Augenblicken formte, verriet bewegende Emotionalität. Dass sie in den höheren Regionen das letzte Quentchen an Ausdruckskraft schuldig blieb, soll angesichts der besonderen Umstände nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Zu intensivem Ausdruck fand auch Carsten Süß in der anspruchsvollen Tenorpartie des Admeto. […]“ Egon Bezold, magazin.klassik.com am 09.03.2008
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Das Opernhaus ist mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Steigen Sie an der Haltestelle „Opernhaus” (U-Bahn Linie 2 und 3) aus. Vom Hauptbahnhof laufen Sie in fünf Minuten zur Oper. Der Busparkplatz befindet sich direkt hinter der Oper am Karl-Pschigode-Platz.
Das Opernhaus Nürnberg wurde 1903 bis 1905 im Jugendstil vom deutschen Theaterarchitekten Heinrich Seeling erbaut und ist in der Stadtsilhouette weithin erkennbar. Eine neue Innendekoration erhielt das Opernhaus 1935 durch Paul Schultze-Naumburg. 1945 wurde das Haus von Bomben getroffen. Nach dem Wiederaufbau richtete die U.S. Armee hier ein Kino und Theater ein. Seit 1956 dient es wieder als Opernhaus. Hier gelangen Oper, Operette, Klassisches Musical, Kinderkonzerte, Kammerkonzerte (im Jugendstilfoyer) sowie Liederabende zur Aufführung.