Wien, im Hause eines reichen Herrn: Der blutjunge Komponist ist entsetzt – die anlässlich eines großen Festes in Auftrag gegebene Premiere seines Trauerstückes „Ariadne auf Naxos”, musikalisches „Sinnbild der menschlichen Einsamkeit”, soll auf spontanen Wunsch seines Mäzens durch die gleichzeitige Aufführung einer Tanzmaskerade von einer Komödiantentruppe verhunzt werden. Die verführerische Zerbinetta, Hauptdarstellerin der Gruppe, heckt bereits einen Improvisationsplan aus, während die Primadonna ihre Karriere als Ariadne-Darstellerin in den lächerlichen Possen ihrer neuen Mitspielerin untergehen sieht. Doch den Verfechtern des ernsten Genres bleibt keine Wahl, und so wird die Aufführung der von tiefster Schwermut und Todessehnsucht gezeichneten Geschichte Ariadnes immer wieder von grotesken Aufheiterungsversuchen der Komödianten unterbrochen – bis Bacchus erscheint und Ariadne durch seinen Kuss zu ganz neuen Erkenntnissen über das Leben und die Liebe führt.
Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss gelang mit „Ariadne auf Naxos” eine ironisch gebrochene Verschmelzung und Betrachtung der stilistisch gegensätzlichen Formtraditionen Opera buffa und Opera seria. Nicht zuletzt durch seinen spielerischen Umgang mit traditionellen Musikformen sowie seine charakteristische brillant-farbenreiche Instrumentation leistete Strauss mit dieser Komposition einen wichtigen Beitrag zum Opernschaffen des frühen 20. Jahrhunderts. Das Werk kam 1916 an der Wiener Hofoper als „Wiener Fassung” zur Uraufführung und ist die Umarbeitung einer gleichnamigen, 1912 in Stuttgart uraufgeführten Comédie-Ballet, welche ursprünglich als Einlage in Molières Schauspiel „Der Bürger als Edelmann” geschrieben worden war.
Kooperation mit dem Stadttheater Klagenfurt. Premiere war am 4. Juli 2010.
| Genre: | Oper |
| Regie: | Josef Ernst Köpplinger |
| Musikalische Leitung: | Christof Prick |
| Bühne: | Rainer Sinell |
| Kostüme: | Marie-Luise Walek |
| Ende nach ca.: | 1:20 Stunden |
| Mitwirkende: | Jochen Kupfer/ Kurt Schober (Ein Musiklehrer), Jordanka Milkova (Der Komponist), Michael Putsch (Der Tenor (Bacchus)), Kalle Kanttila (Ein Offizier), Tilman Lichdi (Ein Tanzmeister), Andrew Finden (Ein Perückenmacher), Rüdiger Krehbiel (Ein Lakai), Dietmar Saebisch (Ein Haushofmeister), Heidi Elisabeth Meier (Zerbinetta), Mardi Byers (Primadonna (Ariadne)), Melih Tepretmez (Harlekin), Victor Schiering (Scaramuccio), Daeyoung Kim (Truffaldin), Martin Nyvall (Brighella), Claudia Katharina Braun/Leah Gordon (Najade), Anna Lapkovskaja (Dryade), Melanie Hirsch (Echo) |
„Zu Recht löste dieser Premierenabend Begeisterungsstürme aus. Hier passt nahezu alles zusammen: drei glänzende weibliche Solisten, ein ebenbürtiges spielfreudiges Ensemble, eine dichte Inszenierung mit vielen Details und hervorragender Personenregie und ein ausgezeichnetes Orchester, aus dem Chefdirigent Christof Prick filigrane Klangfarben hervorzaubert. Dieser Nürnberger „Ariadne” wünscht man eine lange Lebensdauer.“ Dirk Kruse, BR-Klassik am 05.07.2010
Lesen Sie hier die vollständige Besprechung in den Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung.
Das Opernhaus ist mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Steigen Sie an der Haltestelle „Opernhaus” (U-Bahn Linie 2 und 3) aus. Vom Hauptbahnhof laufen Sie in fünf Minuten zur Oper. Der Busparkplatz befindet sich direkt hinter der Oper am Karl-Pschigode-Platz.
Das Opernhaus Nürnberg wurde 1903 bis 1905 im Jugendstil vom deutschen Theaterarchitekten Heinrich Seeling erbaut und ist in der Stadtsilhouette weithin erkennbar. Eine neue Innendekoration erhielt das Opernhaus 1935 durch Paul Schultze-Naumburg. 1945 wurde das Haus von Bomben getroffen. Nach dem Wiederaufbau richtete die U.S. Armee hier ein Kino und Theater ein. Seit 1956 dient es wieder als Opernhaus. Hier gelangen Oper, Operette, Klassisches Musical, Kinderkonzerte, Kammerkonzerte (im Jugendstilfoyer) sowie Liederabende zur Aufführung.