Tamino wird von der Königin der Nacht in das Reich Sarastros entsandt, der ihre Tochter Pamina entführt hat. Zusammen mit dem sinnenfreudigen Papageno und mit Hilfe einer Zauberflöte will er Pamina, in die er sich beim Anblick eines Bildes unsterblich verliebt hat, aus den Händen des vermeintlich bösen Herrschers befreien. Doch Taminos Auffassung dessen, was gut und was böse, wer Freund und wer Feind ist, gerät gründlich durcheinander, als Sarastros Palast sich als mystischer Tempel entpuppt, in dem dieser sich zusammen mit seinem priesterlichen Männerbund einem ägyptischen Götterkult verschrieben hat. Er fordert Tamino auf, sich einer rituellen Einweihungsprüfung zu unterziehen – was wiederum die Königin der Nacht zur Weißglut bringt.
„Die Zauberflöte”, 1791 in Wien uraufgeführt, steht in der Tradition der Wiener Kasperl- und Zauberoper aus dem 18. Jahrhundert. Ihre vielschichtige Mischung aus phantastischen Handlungselementen, barockem Maschinenzauber und europäischem, orientalischem wie mystisch-metaphysischem Gedankengut hat sie zu einem der beliebtesten Stücke im gesamten Opernrepertoire gemacht. Vielschichtig ist insbesondere auch die Musik Mozarts, der die Naturwesen Papageno und Papagena durch volkstümlich-liedhafte Gesänge charakterisiert und den feierlichen Chorälen der Priester ebenso kontrastreich gegenüberstellt wie den leidenschaftlichen Koloraturarien der wütenden Königin der Nacht.
Inszenieren wird Mozarts „Zauberflöte” die Regisseurin und Choreographin Laura Scozzi, die in Nürnberg die vergangene Spielzeit mit ihrer temporeichen und humorvollen Interpretation der Berlioz-Oper „Benvenuto Cellini” eröffnet hat.
Koproduktion mit der Opéra National de Bordeaux. Premiere war am 14. November 2009.
| Genre: | Oper |
| Regie: | Laura Scozzi |
| Musikalische Leitung: | Andreas Paetzold |
| Bühne: | Natacha Le Guen de Kerneizon |
| Kostüme: | Jean-Jacques Delmotte |
| Ende nach ca.: | 3 Stunden |
| Mitwirkende: | Guido Jentjens (Sarastro), Tilman Lichdi (Tamino), Kurt Schober (Sprecher, 1. Priester), Kalle Kanttila/Martin Nyvall (2. Priester), Heidi Elisabeth Meier/Hrachuhí Bassénz (Die Königin der Nacht), Leah Gordon/Michaela Maria Mayer (Pamina), N.N. (Erste Dame der Königin), Judita Nagyová (Zweite Dame der Königin), Teresa Erbe (Dritte Dame der Königin), Lussine Levoni (1. Knabe), Friederike Mauß (2. Knabe), Esen Demirci (3. Knabe), Martin Berner (Papageno), Isabel Blechschmidt (Papagena), Richard Kindley (Monostatos), Martin Nyvall (Erster Geharnischter), Daeyoung Kim (Zweiter Geharnischter) |
„Laura Scozzi ist mit ihrer „Zauberflöte” eine ausgesprochen unterhaltsame, bisweilen etwas oberflächliche, aber immer witzig-hintergründige Geschlechter-Revue gelungen. Die Bühne zeigt einen Wintersport-Ort mit verschneiten Bergen, mal ein Lifthäuschen mit Gondel, mal rustikale Berggasthöfe, viel Skihaserl-Romantik und erst ganz am Ende, beim Happy End, schmilzt der Schnee und der Sommer bricht an, einschließlich Grillparty und Planschbecken. Mit viel äußerem Aufwand wird die Revue in Gang gehalten – ausgesprochen komisch ein Hausfrauenballett, das Männerfantasien darstellt. Und ein großer Auftritt für die angetrunkene Königin der Nacht, die im Pelzmantel aus einer Bar torkelt, die Sektflasche in der Hand […] Das Publikum fremdelte anfänglich hör- und spürbar mit dieser frischen, temporeichen, ungewohnt slapstickhaften „Zauberflöte”. Die weitaus meisten Zuschauer ließen sich allerdings überzeugen, wie der Beifall zeigte. […]
Laura Scozzi war lange Zeit Tänzerin. Ihr Gefühl für Bewegungsabläufe, für Körperarbeit und -ausdrucksformen macht die Nürnberger „Zauberflöte” zu einem wirklich sehenswerten Geschlechterkampf.“ Peter Jungblut, Bayerischer Rundfunk am 16.11.2009
Lesen Sie hier die vollständige Besprechung in den Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung.
Das Opernhaus ist mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Steigen Sie an der Haltestelle „Opernhaus” (U-Bahn Linie 2 und 3) aus. Vom Hauptbahnhof laufen Sie in fünf Minuten zur Oper. Der Busparkplatz befindet sich direkt hinter der Oper am Karl-Pschigode-Platz.
Das Opernhaus Nürnberg wurde 1903 bis 1905 im Jugendstil vom deutschen Theaterarchitekten Heinrich Seeling erbaut und ist in der Stadtsilhouette weithin erkennbar. Eine neue Innendekoration erhielt das Opernhaus 1935 durch Paul Schultze-Naumburg. 1945 wurde das Haus von Bomben getroffen. Nach dem Wiederaufbau richtete die U.S. Armee hier ein Kino und Theater ein. Seit 1956 dient es wieder als Opernhaus. Hier gelangen Oper, Operette, Klassisches Musical, Kinderkonzerte, Kammerkonzerte (im Jugendstilfoyer) sowie Liederabende zur Aufführung.