Der Besucherring

Don Giovanni

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo da Ponte In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln

„Wie ein pulsierender Herzschlag“ strömt die Musik von Mozarts „Don Giovanni“ von Anbeginn der Ouvertüre durch das gesamte Stück, so der eben erst in Venedig mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnete Filmemacher und Theaterregisseur Werner Schroeter. Schroeter, einer der wichtigsten deutschen Filmregisseure der Nachkriegszeit und Vorreiter des experimentellen Erzählens, weigert sich strikt dagegen, als Künstler in eine Schublade gesteckt zu werden. Mittlerweile hat er über 70 Theaterstücke inszeniert, darunter zahlreiche Opern. Denn die Oper ist seine große Leidenschaft. Das sinnliche Moment der Musik eröffnet ihm dabei einen ganzen Kosmos an Assoziationen. Auf welches Stück dürfte diese Tatsache wohl mehr zutreffen als auf Mozart und da Pontes „Oper aller Opern“, wie E.T.A. Hoffmann den „Don Giovanni“ nannte. Hier verbindet sich das Sinnlich-Erotische mit dem Musikalischen und nimmt in der Figur des Giovanni Gestalt an. Er wird zu einem Sinnbild für strotzende Vitalität und absolute Selbstverwirklichung um jeden Preis. Nicht so sehr durch den Mord an Donna Annas Vater, dem Komtur, als vielmehr durch sein schrankenloses, Normen und Gesetze überschreitendes Handeln und sein selbstbewusstes, charismatisches Auftreten bringt er die bislang geltenden Wertsysteme seiner Umwelt ins Wanken. Die Kategorien von Spiel und Ernst, von Gut und Böse, von Schatten und Licht scheinen in Mozarts Dramma giocoso „Il dissoluto punito/Der bestrafte Wüstling“ außer Kraft gesetzt und neu zur Disposition gestellt. Vielleicht macht gerade das den besonderen Reiz dieser Oper aus. Der Libertin Giovanni lässt sich nicht mit Worten festlegen, lässt sich nicht in ein Schema pressen. Giovanni ist kaltblütiger Mörder und schillernder Verführer, dämonischer Wüstling und strahlende Lichtgestalt gleichermaßen und hinterlässt bei seinem aufrechten Abgang in die Hölle vielleicht gerade deshalb in der Persönlichkeit aller tiefe Spuren.

Genre: Oper
Regie:Werner Schroeter
Dirigent:Andreas Schüller/ Tobias Foskett (5.12.09, 3.04.10)
Bühne und Kostüme:Alberte Barsacq
Ende nach ca.:3,00 Stunden
Mitwirkende:Don Giovanni: Konstantin Gorny, Donna Anna: Karen Fergurson (15.11.09, 5.12.09), Viktorija Kaminskaite (3.04.10), Marika Schönberg; Don Ottavio: Norman Reinhardt, Komtur: Roman Astakhov / James Moellenhoff; Donna Elvira: Jean Broekhuizen / Kathrin Göring, Leporello: Tuomas Pursio, Zerlina: Soula Parassidis, Masetto Roman Astakhov/ Miklós Sebestyén, Chor der Oper Leipzig, Gewandhausorchester

Termine und Tickets

Aufführungsort

Oper Leipzig
Augustusplatz 12
04109 Leipzig

Interaktive Karte

Informationen

Erreichbarkeit mit denStraßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 15, 16.
Am Augustusplatz befindet sich die große Tiefgarage mit direktem Zugang zur Oper. (Theatertarif 3,50 €)
Im Opernhaus stehen sechs Rollstuhlplätze pro Vorstellung zur Verfügung.
Die Eintrittskarten gelten 3 Stunden vor und 3 Stunden nach der Vorstellung für alle Verkehrsmittel (Bus, Straßenbahn, S-Bahn und Nahverkehrszüge des Mitteldeutschen Verkehrsbundes in den Zonen 110. 156, 162, 164, 168, 151).
Im Opernhaus existieren Induktionsschleifen (im Parkett und im Rang), Hörgeräte bitte auf Telefon bzw. Induktion stellen.

Die Oper Leipzig steht in der Tradition von mittlerweile 315 Jahren Opernpflege in Leipzig.

Geschichte des Opernhauses

  • 1693 wurde das erste Opernhaus am Brühl eröffnet, das damit das dritte bürgerliche Musiktheater Europas nach Venedig und Hamburg war.
  • 1766 kooperierten nachweisbar erstmals Oper und Musiker des damaligen „Großen Concerts“ bei einer Musiktheaterproduktion. Im selben Jahr war auch das „Komödienhaus“, das später als „Altes Theater“ bezeichnet wurde, eingeweiht worden. Für ein gutes Jahrhundert war es Schauplatz bedeutender deutscher Operntradition.
  • 1868 eröffnete das Neue Theater am Augustusplatz, das für Oper und Schauspiel genutzt wurde. Neben Werken von Mozart, Weber und Gluck bildet die Pflege des Wagner-Repertoires seither einen besonderen Schwerpunkt.
  • Erstmals außerhalb des Bayreuther Festspielhauses wurde 1878 Richard Wagners „Ring“-Tetralogie in Leipzig aufgeführt. Herausragende Dirigenten bis 1890 waren Artur Seidl, Arthur Nikisch und Gustav Mahler.
  • In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts öffnete sich die Oper Leipzig in besonderem Maße für zeitgenössische Werke. Von den vielen wichtigen Erst- und Uraufführungen ist u.a. Brecht / Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (1930) zu nennen.
  • Nach der Zerstörung des Neuen Theaters im Dezember 1943 wurde 1956–1960 an gleicher Stelle das heutige Opernhaus errichtet, bei dem die spätklassizistischen Formen des Vorgängerbaues andeutungsweise wieder aufgenommen wurden. Die festliche Eröffnung erfolgte mit „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Regie: Joachim Herz). In den Folgejahren prägten u.a. bedeutsame Wagneraufführungen und die Wiederbelebung vernachlässigter Werke den Spielplan.
  • 1990 übernahm Udo Zimmermann die Opernintendanz und verlieh der Oper einen spektakulären Aufschwung.
  • 1991 trat Uwe Scholz seine Position als Ballettdirektor und Chefchoreograph an und entwickelte das Leipziger Ballett zu einer der ersten Compagnien in Deutschland.
  • Mit der Intendanz von Henri Maier (2001-2007) gelangten erstmals u.a. Werke von Berlioz („La Damnation de Faust“ und „Les Troyens“) auf den Spielplan.
  • Ab der Spielzeit 2008/09 ist neben dem kommissarischen Intendanten und Geschäftsführendem Direktor Alexander von Maravic und Franziska Severin als Operndirektorin Peter Konwitschny Chefregisseur der Oper Leipzig. Er steht für lebendiges Musiktheater mit einem Repertoire vom Barock bis zur Gegenwart und für die Förderung junger Regisseure.

Die Foyerbereiche des Opernhauses wurden 2007 umfangreich nach den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert. Das Opernhaus verfügt seitdem über 1267 Sitzplätze. Zur Oper Leipzig gehört neben dem Sängerensemble, dem Opernchor und dem Leipziger Ballett auch die Musikalische Komödie mit eigener Spielstätte in Leipzig Lindenau. Das große Repertoire mit ca. 300 Vorstellungen pro Spielzeit in allen Spielstätten reicht vom Barock bis zur Gegenwart. (Quelle: Oper Leipzig)

Wie Sie uns erreichen

Sächsischer Besucherring Leipzig
Gottschedstr. 16
04109 Leipzig
Ansprechpartner: Carla Jesse
Telefon: 0341 3373740
Fax: 0341 33737410

Unsere Geschäftszeiten

Montag – Freitag
9.00 – 12.30 Uhr und 14.00 – 17.00 Uhr

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