„Zur Wahrheit des Ausdrucks gelangen wir durch sorgfältige Betrachtung des Lebens“, schrieb Janácek 1918 über das Verhältnis von Abbild und Wirklichkeit. Fasziniert von der gleichnamigen Schauspielvorlage der sozialkritisch engagierten Dichterin Gabriela Preissová, schuf Janácek in seiner 1904 erfolgreich in Brünn uraufgeführten Jenufa eine detaillierte Milieustudie. Erzählt wird das Schicksal Jenufas, die von ihrem Geliebten Steva schwanger sitzen gelassen wird. Das Kind kommt zur Welt, doch der Vater bekennt sich weder zu Jenufa noch zu seinem Sohn. Als der ewig zurückgewiesene Laca sich anbietet, Jenufa zu heiraten, sieht ihre Stiefmutter, die Küsterin, eine Chance, Ruf und Ehre wiederherzustellen und tötet Jenufas Kind. Doch schon bald zeichnet sich ab, dass ihr Versuch, dem Paar einen Neuanfang zu ermöglichen, zum Scheitern verurteilt ist.
Mit seiner ausdrucksstarken, an der tschechischen Sprachmelodie orientierten Musik vermochte Janácek dem realistischen Drama zu spannungsvoller Eindringlichkeit zu verhelfen. Gleichzeitig spiegelt die düstere Tonsprache der Partitur seinen persönlichen Schmerz über den frühen Tod seiner Tochter Olga wider.
| Genre: | Oper |
| Regie: | Regula Gerber |
| Musikalische Leitung: | Friedemann Layer |
| Choreographie: | Günther Grollitsch |
| Bühne und Kostüme: | Sandra Meurer |
| Ende nach ca.: | 2:30 Stunden |
| Mitwirkende: | Die alte Buryja: Emma Sarkisyan; Laca Klemen: Uwe Eikötter; Stewa Buryja: Michail Agafonov/ Albert Bonnema; Die Küsterin Buryja: Susan Maclean; Jenufa: Ludmila Slepneva; Altgesell: Jaco Venter; Dorfrichter: Mihail Mihaylov; Frau des Dorfrichters: Jonka Hristova/ Natalia Maiorova; Karolka: Katharina Göres |
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