Nach „Elektra“ und „Der Rosenkavalier“ stellt „Ariadne auf Naxos“ die dritte Zusammenarbeit zwischen Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss dar, die anlässlich der Eröffnung der Stuttgarter Hoftheater im Jahr 1912 entstand. Als groß angelegter Theaterabend, in einer ungewöhnlichen Verbindung von Schauspiel und Oper, fand die erste Fassung wenig Anklang. Erst die umgearbeitete, in Wien 1916 uraufgeführte Version bescherte dem Werk dauerhaften Erfolg. Das vormalige Zusammentreffen von Schauspiel und Oper äußert sich in der zweiten Fassung, der reinen Opernfassung, als struktureller Kontrast zwischen Sprechen und Singen.
Hofmannsthal betrachtete die Arbeit an „Ariadne auf Naxos“ in einem Brief an Strauss unter dem Gesichtspunkt, „mich mit Ihrer Musik noch mehr auskennen zu lernen“. Das Kennenlernen bestimmt auch das Werk selbst: Zwei Theatertruppen völlig unterschiedlicher Herkunft sind darauf angewiesen zusammenzuarbeiten. Dies gestaltet sich äußerst schwierig, da die Unwissenheit gegenüber dem Anderen sehr groß und die Bereitschaft, das Andere kennen zu lernen, sehr gering ist. In einem Aufeinandertreffen des Verschiedenen zerbrechen vermeintlich gesicherte Identitäten und enthüllen sich als Identitätslosigkeit.
| Genre: | Oper |
| Regie: | Monique Wagemakers |
| Dirigent: | Alexander Kalajdzic |
| Bühne: | Thomas Rupert |
| Kostüme: | Rien Bekkers |
| Mitwirkende: | Der Haushofmeister: Romanus Fuhrmann; Ein Musiklehrer: Thomas Berau/ Thomas Jesatko; Der Komponist: Marie-Belle Sandis/ Andrea Szántó; Der Tenor/ Bacchus: Michail Agafonov/ István Kovácsházi; Zerbinetta: Antje Bitterlich; Primadonna/ Ariadne: Cornelia Ptassek/ Caroline Whisnant; Harlekin: Boris Grappe/ Lars Møller |
„Diesmal war die Schlussszene mit dem Hofmannsthalschen Mysterium der Verwandlung, in der die Todessüchtige zur Liebenden und der göttliche Jüngling sich seiner Gottheit bewusst wird, ein Wunder zweier Prachtstimmen, ein Fest sängerischen Wohllauts. Beide Protagonisten begeisterten die Zuhörer durch das edle Timbre, den Strahlglanz und die Durchschlagskraft ihrer leicht ansprechenden Stimmen, die sich mühelos gegen das Klanggewitter aus dem Orchestergraben behaupteten. Dort setzte das unter Alexander Kalajdzics befeuernder Leitung beherzt aufspielende Nationaltheater-Orchester die emphatischen Aufschwünge der Strauss’schen Partitur mit expressivem Nachdruck um. Selten war die Schlussapotheose der „Ariadne auf Naxos“, die mythische Begegnung der auf der einsamen Insel vom athenischen Prinzen Theseus verlassenen Königstochter mit dem Gott Bacchus in so spannungsgeladener Aufführung zu erleben.“ Die Rheinpfalz
Sie erreichen das Nationaltheater mit den Straßenbahnlinien 2, 5 und 7 der MVV Verkehr AG, Haltestelle „Nationaltheater“. Wenn Sie mit der Deutschen Bahn anreisen, haben Sie die Möglichkeit, ab Mannheim Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 5 Richtung Käfertal, Weinheim bis zur Haltestelle „Nationaltheater“ zu fahren.