Der Freiheitskampf eines ganzen Volkes steht im Mittelpunkt der letzten Oper des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini. 1829, zwischen europaweiter Restauration und dem Aufbruch in nationale Revolutionen, hat Rossini ein Werk geschrieben, das mit dem Kampf der Schweizer gegen die Habsburgische Besatzung exemplarisch den europaweiten Drang nach nationaler Unabhängigkeit und Freiheit auf die Bühne bringt. Rossini übernimmt die Handlung aus dem „Wilhelm Tell“-Drama Friedrich Schillers, in dem der Rütlischwur und Tells berühmtes Armbrustschießen ebenso erzählt werden wie die Liebe des jungen Arnold zu der Habsburgerprinzessin Mathilde, die aus Liebe die Seiten wechselt. Der eigentliche Protagonist der Oper ist jedoch der Chor und damit zum ersten Mal in der Operngeschichte ein Kollektiv. Patriotische Idee und Naturgefühl, das sind die beiden Pole, zwischen denen sich Rossinis Musik bewegt. Unmittelbar bevor sich Rossini aus dem Musikleben zurückzog, hat er in „Wilhelm Tell“ seine bis dahin anspruchsvollste und ausgefeilteste Partitur vorgelegt. Nichts beschreibt dies besser als das zeitgenössische Bonmot: drei Akte der Oper stammten von Rossini selbst – und der zweite Akt vom lieben Gott persönlich …
Inszeniert wird Rossinis letzte Oper von der jungen Regisseurin Elisabeth Stöppler, die u. a. mit ihren Arbeiten an der Dresdener Semperoper nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat.
Premiere am 03.03.2012
| Genre: | Oper |
| Regie: | Elisabeth Stöppler |
| Musikalische Leitung: | Guido Johannes Rumstadt |
| Bühne: | Hermann Feuchter |
| Kostüme: | Nicole Pleuler |
| Mitwirkende: | Nicolai Karnolsky (Gesler – Kaiserlicher Landvogt der Schweiz), Philip Carmichael/Han-Bo Jeon (Rodolphe), Martin Berner/Jochen Kupfer (Guillaume Tell), Taehyun Jun (Walther Furst), Uwe Stickert (Arnold Melcthal), Vladislav Solodyagin (Melcthal), Yong Jae Moon (Leuthold), Leah Gordon (Mathilde – Prinzessin von Habsburg), Judita Nagyová/Leila Pfister (Hedwige – Tells Gattin), Michaela Maria Mayer/Heidi Elisabeth Meier (Jemmy – Tells Sohn), Tilman Lichdi/Martin Nyvall (Ruodi – ein Fischer) |
| Do | 31.05.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
| Di | 26.06.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
Das Opernhaus ist mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar. Steigen Sie an der Haltestelle „Opernhaus” (U-Bahn Linie 2 und 3) aus. Vom Hauptbahnhof laufen Sie in fünf Minuten zur Oper. Der Busparkplatz befindet sich direkt hinter der Oper am Karl-Pschigode-Platz.
Das Opernhaus Nürnberg wurde 1903 bis 1905 im Jugendstil vom deutschen Theaterarchitekten Heinrich Seeling erbaut und ist in der Stadtsilhouette weithin erkennbar. Eine neue Innendekoration erhielt das Opernhaus 1935 durch Paul Schultze-Naumburg. 1945 wurde das Haus von Bomben getroffen. Nach dem Wiederaufbau richtete die U.S. Armee hier ein Kino und Theater ein. Seit 1956 dient es wieder als Opernhaus. Hier gelangen Oper, Operette, Klassisches Musical, Kinderkonzerte, Kammerkonzerte (im Jugendstilfoyer) sowie Liederabende zur Aufführung.