Wie eine Naturgewalt platzt der Junker Stolzing in die erstarrte Zunft der Meistersinger. Und ebenso plötzlich hat sich Eva, die Goldschmiedstochter, in ihn verliebt. Er muss sie jedoch ersingen, denn ihr Vater hat sie als Preis für den Gewinner des Gesangswettbewerbs bestimmt. Der genialische Autodidakt stellt sich dem argwöhnischen Urteil der Zünftler, allen voran sein schärfster Konkurrent Beckmesser. Der „Volkspoet“ Hans Sachs weiß ihn indessen in seinem Spiel gegen die elitäre bürgerliche Regelbesessenheit einzusetzen. Und diese ist, wie sich zeigt, nur eine Ausprägung des „Wahns”, der durch museale Rituale in Schach gehalten wird.
Als Wagner das Textbuch der „Meistersinger” nach Jahren des Exils 1861/62 im lärmenden Paris vollendete, projizierte er auf das alte Nürnberg eine Sehnsucht nach „heiterer Behaglichkeit“, wohl wissend, dass dies dem künstlerisch nicht einzulösenden Wunsch entsprach, sich mit „einer Umgebung der Trivialität“ auszusöhnen. Die 1868 uraufgeführte Oper problematisiert hingegen das Kunst- und Selbstverständnis des aufgeklärten Bürgertums ebenso wie das Verhältnis von Kunst und Politik.
Copyright: Nationaltheater Mannheim
| Genre: | Oper |
| Regie: | Jens-Daniel Herzog |
| Musikalische Leitung: | Friedemann Layer |
| Bühne und Kostüme: | Mathis Neidhardt |
| Ende nach ca.: | 5:40 inkl. zwei Pausen |
| Mitwirkende: | Hans Sachs: Tom Fox/ Thomas Jesatko; Veit Pogner: Frank van Hove; Kunz Vogelgesang: Christoph Wittmann; Konrad Nachtigall: Boris Grappe; Sixtus Beckmesser: Thomas Berau; Fritz Kothner: Radu Cojocariu; Walther von Stolzing: István Kovácsházi; David: Jeff Martin/ Maximilian Schmitt; Eva: Cornelia Ptassek; Magdalene: Martina Borst/ Heike Wessels |
„Selten einmal hat man eine so detaillierte und vom Ensemble konsequent umgesetzte Personenregie erlebt wie in dieser durchdachten Inszenierung. István Kovácsházi könnte als Walther von Stolzing mit seinem strahlenden Belcanto-Tenor zwar auch als Latin Lover durchgehen; in seinem Verhalten bleibt er ein jugendlicher, permanent aus Bierdosen trinkender Rüpel, dessen adlige Herkunft sich allenfalls noch im abgespreizten kleinen Finger zeigt, wenn er mit Hans Sachs (den Tom Fox mit schlanker Figur und ebensolchem Bass ausstattet) das Weinglas erhebt. Cornelia Ptassek ist eine schön anzusehende, naive Eva, die wie das gesamte Ensemble schauspielerisch glänzt (…) mit dem seine vielen Tenorhöhen sicher meisternden Maximilian Schmidt als Schustergeselle David, dem mit sonorer Fülle ausgestatteten Bass Frank von Hove als Veit Pogner sowie Thomas Berau, der die Rolle des Sixtus Beckmesser wie ein Bassbuffo erfüllt. Friedemann Layer hat den prächtigen Chor und das Mannheimer Opernorchester, mit einem überaus klangschönen Blechbläsersatz, stets sicher im Griff.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung
Sie erreichen das Nationaltheater mit den Straßenbahnlinien 2, 5 und 7 der MVV Verkehr AG, Haltestelle „Nationaltheater“. Wenn Sie mit der Deutschen Bahn anreisen, haben Sie die Möglichkeit, ab Mannheim Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 5 Richtung Käfertal, Weinheim bis zur Haltestelle „Nationaltheater“ zu fahren.