»Der Augenblick, wenn er die Wiege einer Zukunft ist, warum nicht auch das Grab einer Vergangenheit?« fragt Medea ihre Amme. Unter der Führung Jasons fallen die griechischen Argonauten in Medeas Heimatland ein, um das »Goldene Vlies« zu rauben. Das Vlies ist ein goldenes Widderfell von großem Wert und mythischer Bedeutung.
Doch Medea, Tochter des regierenden Königs, verliebt sich in Jason. Schlimmer noch, sie verrät ihre Familie, hilft Jason beim Raub und flieht mit ihm und seiner Beute. In Griechenland jedoch wird Medea nicht wie eine Prinzessin empfangen, sondern wie eine Barbarin behandelt. Und obwohl die beiden längst verheiratet sind und zwei Kinder haben, wendet sich Jason seiner Jugendliebe Kreusa zu, der Tochter des regierenden Königs Kreon. Der König würde Jason gerne als Schwiegersohn sehen und will Medea fortschicken, allein, ohne ihre Kinder! Verstoßen und von ihrem Mann zurückgewiesen, sinnt Medea auf eine schreckliche Rache. Bei einem Kuraufenthalt stieß Franz Grillparzer auf den antiken Mythos der Medea. Er verarbeitete ihn 1819/1820 in seiner Trilogie »Das Goldene Vlies«, deren letzter Teil »Medea« die Ehetragödie zwischen Jason und Medea in Korinth erzählt. Grillparzer stellte seiner Arbeit das Motto voran: »Halte dir immer gegenwärtig, dass das Stück eigentlich nichts ist als eine Ausführung des Satzes: Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fort zeugend, Böses muss gebären.«
Copyright: Staatstheater Braunschweig
| Genre: | Schauspiel |
| Regie: | Sebastian Schug |
| Bühne: | Christian Kiehl |
| Kostüme: | Nicole Zielke |
| Dramaturgie: | Katrin Breschke |
| Musik: | Johannes Winde |
| Mitwirkende: | Tobias Beyer (Kreon, König von Korinth), Theresa Langer (Kreusa, seine Tochter), Oliver Simon (Jason), Sandra Fehmer (Medea), Sven Hönig (Gora, Medeens Amme), David Kosel, Henning Nöhren (Medeens Kinder) |
Anfahrt mit der Straßenbahn: Haltestelle Museumstraße mit den Linien 2 und 5. Bus: Haltestelle Staatstheater mit den Linien 411, 413, 416, 418, 422, 436, 443 und 230
Als Vierspartenhaus mit durchschnittlich 30 Premieren in der Spielzeit und einem abwechslungsreichen Konzertprogramm verfügt das Staatstheater Braunschweig dem Großen Haus am Steinweg über zwei weitere Spielstätten: dem Kleinen Haus, das seit 1996 am Magnitorwall situiert ist, und Haus III im Magniviertel, der seit 1984 bestehenden Spielstätte.
Bauzeit: 1856-1861
Architekten: Karl-Heinrich-Wilhelm Wolf und Karl-Friedrich-Heinrich Ahlburg
Umbau: 1902-1904 unter dem Architekten Heinrich Seeling
2. Weltkrieg: Das Große Haus wurde durch einen Bombenangriff am 14./15. Oktober 1944 zu großen Teilen zerstört. Der Wiederaufbau fand zwischen 1945 und 1948 unter dem Architekten Johann Daniel Thulesius statt.
Weitere Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen: 1970-1972, 1982-1983, 1988-1989.
Saal: 896 Sitzplätze, 60 Stehplätze