»Denken Sie sich ein A, das mit einem B innig verbunden ist, durch viele Mittel und durch manche Gewalt nicht von ihm zu trennen; denken Sie sich ein C, das sich eben so zu einem D verhält; bringen Sie die beiden Paare in Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen kann, wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem anderen zuerst wieder verbunden habe.«
Charlotte und Eduard haben sich auf ein Schloss zurückgezogen und versuchen – in zweiter Ehe endlich vereint – ihr Liebesparadies zu gestalten. Doch die Zweisamkeit währt nur kurz. Ein Freund Eduards, der Hauptmann Otto und die Nichte Charlottes, Ottilie, gesellen sich zu ihnen. Und schon sind mit Charlotte, Eduard, Otto und Ottilie A, B, C und D vorhanden. Ist es möglich, das menschliches Verhalten wie eine chemische Reaktion zu begreifen und mit einfachen, naturwissenschaftlichen Gesetzen zu beschreiben und vorherzusagen? Goethe versuchte genau dies, indem er die ursprünglich chemische Versuchsanordnung in seinem 1809 erschienenen Roman »Die Wahlverwandtschaften« mit vier Menschen nachbildete. Und obwohl alle Figuren im Besitz ihrer geistigen Kräfte sind und sich unter keinem Zwang befinden, verhalten sie sich wie im zitierten Experiment. Quod erat demonstrandum! Goethes Roman wurde bereits mehrfach verfilmt und findet sich immer wieder auf den Spielplänen der Theater. In Braunschweig werden »Die Wahlverwandtschaften« in einer eigenen Dramatisierung zum ersten Mal zu sehen sein.
Copyright: Staatstheater Braunschweig
| Genre: | Schauspiel |
| Regie: | Christoph Mehler |
| Bühne: | Nehle Balkhausen |
| Kostüme: | Giulia Paolucci |
| Dramaturgie: | Axel Preuß |
| Ende nach ca.: | 1:40 h |
| Mitwirkende: | Sandra Fehmer (Charlotte), Louisa von Spies (Ottilie), Hans-Werner Leupelt (Eduard), Okiver Simon (Hauptmann) |
| Do | 16.02.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
Anfahrt mit der Straßenbahn: Haltestelle Museumstraße mit den Linien 2 und 5. Bus: Haltestelle Staatstheater mit den Linien 411, 413, 416, 418, 422, 436, 443 und 230
Als Vierspartenhaus mit durchschnittlich 30 Premieren in der Spielzeit und einem abwechslungsreichen Konzertprogramm verfügt das Staatstheater Braunschweig dem Großen Haus am Steinweg über zwei weitere Spielstätten: dem Kleinen Haus, das seit 1996 am Magnitorwall situiert ist, und Haus III im Magniviertel, der seit 1984 bestehenden Spielstätte.
Bauzeit: 1856-1861
Architekten: Karl-Heinrich-Wilhelm Wolf und Karl-Friedrich-Heinrich Ahlburg
Umbau: 1902-1904 unter dem Architekten Heinrich Seeling
2. Weltkrieg: Das Große Haus wurde durch einen Bombenangriff am 14./15. Oktober 1944 zu großen Teilen zerstört. Der Wiederaufbau fand zwischen 1945 und 1948 unter dem Architekten Johann Daniel Thulesius statt.
Weitere Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen: 1970-1972, 1982-1983, 1988-1989.
Saal: 896 Sitzplätze, 60 Stehplätze