‚Strahlt auf mich der Glanz des Goldes, fühl’ ich mich wie neugeboren‘, bekennt freimütig der Titelheld in Rossinis ‚Barbier von Sevilla‘. Sein eitles Geständnis entlarvt nicht nur ihn selbst, sondern offenbart zugleich die narzisstische Habsucht jener ‚schönen Welt‘, in der er – als Faktotum (und gewiefter Kuppler) – die Strippen ziehen darf.
An deren verwickelten Enden hängen die Figuren in dieser Opera buffa wie Marionetten aus der Schatztruhe der Commedia dell’Arte – alt und geil: Bartolo; jung und widerspenstig: Rosina; dumm und verschlagen: Basilio; reich und (nur deshalb) erfolgreich: Graf Almaviva …
Und dann erwachen sie alle zu übersprühendem Leben – durch Figaros Schliche und Rossinis grandiose Musik. Die angeblich in nur 13 Tagen niedergeschriebene Partitur darf bis heute als Paradestück effektsicherer Belcanto-Kunst gelten, die zudem auch noch innovativ war: ‚Das Köstlichste daran ist das von Rossini vorgelegte Tempo: Solche, sich an Witz und Übermut überschlagende Allegro-Stücke und blitzende Finali, deren hurtige kleine Noten keine Zeit haben und alle singenden und plappernden Charaktere in einen einzigen Wirbel hineinreißen, waren vor dem ‚Barbier‘ noch nicht da – und sind auch nie wiedergekommen.‘ (Ernst Krause)
Der junge niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema gewann den 2. Europäischen Opernregie-Preis 2005, sowie den 1. Peter-Konwitschny-Nachwuchsregiepreis und 2007 den Eesti Teatrikunsti Muusikalavastuste Award für ‚La Cenerentola‘ an der Estnischen Nationaloper Tallinn. Zuletzt inszenierte er sehr erfolgreich u.a. am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier (‚Die Zauberflöte‘), an der Reisopera in Enschede und an der Oper Leipzig (‚Il Turco in Italia‘).
Copyright: Hessisches Staatstheater Wiesbaden
| Genre: | Oper |
| Regie: | Michiel Dijkema |
| Musikalische Leitung: | Marc Piollet, Christoph Stiller |
| Bühne: | Michiel Dijkema |
| Kostüme: | Claudia Damm |
| Ende nach ca.: | 2:45 Stunden, eine Pause |
| Mitwirkende: | Graf Almaviva: Jonas Gudmundsson; Bartolo: Thomas de Vries; Rosina: Sharon Kempton, Merit Ostermann; Figaro: Brett Carter, Kiril Manolov; Basilo: Bernd Hofmann, Hye-Soo Sonn; Berta: Simone Brähler, Ute Döring; Fiorillo: Erik Biegel, John D. Holyoke; Ambrosio: Thomas Braun; Ein Offizier: Aldomir Mollov, Dong-Gyun Seo; Ein Notar: Arnd Maier. Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge: Orchester, Herrenchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden |
| Do | 16.02.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
| Do | 16.02.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
| Fr | 23.03.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
| Fr | 15.06.12 | 19:30 | Buchungs-Anfrage |
In direkter Nähe befindet sich ein Parkhaus und eine Tiefgarage. Mit dem Bus erreichen Sie das Theater mit den Linien 1 und 8, Haltestelle „Kurhaus/Theater”.
Das Große Haus verfügt über mehrere Rollstuhlplätze im Parkett, einen Aufzug in die Ränge gibt es nicht.
1894 wurde das im neobarocken Stil erbaute Staatstheater Wiesbaden unter Anwesenheit Kaiser Wilhelm II. eröffnet. 1923 zerstörte ein Brand die Kuppel des Bühnenturms, 1942 beschädigte eine Bombe das Theater schwer. In den Jahren 1975-1978 wurde das Haus nach altem Vorbild restauriert, modernisiert und ein Anbau hinzugefügt. Wolfgang Lenz stellte den Zuschauerraum mit seinen Halbplastiken, Stukkaturen und dem prächtigen Deckengemälde originalgetreu wiederher. Heute umfasst das Große Haus 1041 Plätze, die verteilt sind auf die Bereiche Parkett/Orchestersessel sowie drei Ränge. Durch umfangreiche Baumaßnahmen in den letzten Jahren wurde der Zuschauerraum saniert und die Bühnentechnik so modernisiert, daß das Theater nun über hervorragende technische Möglichkeiten verfügt.
Das Hessische Staatstheater Wiesbaden ist ein Fünf Sparten Haus mit etwa 600 Beschäftigten. Mehr als zwanzig Neuinszenierungen in Oper, Schauspiel und Ballett bieten zusammen mit den vielfältigen Aufführungen des Repertoires in jeder Spielzeit ein großes kulturelles Angebot, das sowohl klassische Werke als auch modernes Musiktheater und Stücke der dramatischen Gegenwartsliteratur umfasst.