Der Besucherring

Der Barbier von Sevilla (Il barbiere di Siviglia)

Komische Oper in zwei Akten von Gioacchino Rossini

Foto: Martin Kaufhold
Foto: Martin Kaufhold
Text von Cesare Sterbini nach der Komödie von Pierre
Augustin de Beaumarchais
In italienischer Sprache mit Übertiteln

‚Strahlt auf mich der Glanz des Goldes, fühl’ ich mich wie neugeboren‘, bekennt freimütig der Titelheld in Rossinis ‚Barbier von Sevilla‘. Sein eitles Geständnis entlarvt nicht nur ihn selbst, sondern offenbart zugleich die narzisstische Habsucht jener ‚schönen Welt‘, in der er – als Faktotum (und gewiefter Kuppler) – die Strippen ziehen darf.

An deren verwickelten Enden hängen die Figuren in dieser Opera buffa wie Marionetten aus der Schatztruhe der Commedia dell’Arte – alt und geil: Bartolo; jung und widerspenstig: Rosina; dumm und verschlagen: Basilio; reich und (nur deshalb) erfolgreich: Graf Almaviva …

Und dann erwachen sie alle zu übersprühendem Leben – durch Figaros Schliche und Rossinis grandiose Musik. Die angeblich in nur 13 Tagen niedergeschriebene Partitur darf bis heute als Paradestück effektsicherer Belcanto-Kunst gelten, die zudem auch noch innovativ war: ‚Das Köstlichste daran ist das von Rossini vorgelegte Tempo: Solche, sich an Witz und Übermut überschlagende Allegro-Stücke und blitzende Finali, deren hurtige kleine Noten keine Zeit haben und alle singenden und plappernden Charaktere in einen einzigen Wirbel hineinreißen, waren vor dem ‚Barbier‘ noch nicht da – und sind auch nie wiedergekommen.‘ (Ernst Krause)

Der junge niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema gewann den 2. Europäischen Opernregie-Preis 2005, sowie den 1. Peter-Konwitschny-Nachwuchsregiepreis und 2007 den Eesti Teatrikunsti Muusikalavastuste Award für ‚La Cenerentola‘ an der Estnischen Nationaloper Tallinn. Zuletzt inszenierte er sehr erfolgreich u.a. am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier (‚Die Zauberflöte‘), an der Reisopera in Enschede und an der Oper Leipzig (‚Il Turco in Italia‘).

Genre: Oper
Regie:Michiel Dijkema
Musikalische Leitung:Marc Piollet, Christoph Stiller
Bühne:Michiel Dijkema
Kostüme:Claudia Damm
Ende nach ca.:2:45 Stunden, eine Pause
Mitwirkende:Graf Almaviva: Jonas Gudmundsson; Bartolo: Thomas de Vries; Rosina: Sharon Kempton, Merit Ostermann; Figaro: Brett Carter, Kiril Manolov; Basilo: Bernd Hofmann, Hye-Soo Sonn; Berta: Simone Brähler, Ute Döring; Fiorillo: Erik Biegel, John D. Holyoke; Ambrosio: Thomas Braun; Ein Offizier: Aldomir Mollov, Dong-Gyun Seo; Ein Notar: Arnd Maier. Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge: Orchester, Herrenchor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Kritik:

Bei der aktuellen Neuinszenierung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden begann der Reigen positiver Überraschungen (…) im Orchestergraben. Dort entfaltete Generalmusikdirektor Marc Piollet mit frappierender Detailkunde den Facettenreichtum der schnell, doch nicht oberflächlich verfertigten Partitur. (…) Eine Entdeckung ist der junge Regisseur Michiel Dijkema. Einer, der das Werk genau studiert hat und den Mut mitbringt, für das Erkannte frische Metaphern zu finden. (…) Uneingeschränkt hochfrequenter Schlussapplaus des Premierenpublikums. Aufnahme in die fiktive Empfehlungsliste.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2011
Allzu viel Prophetentum braucht es nicht, um zu beschwören, dass dieser ‚Barbier‘ das Zugpferd des Jahres wird. Rossinis Komödienklassiker am Staatstheater Wiesbaden hat alles, was ein Publikumsliebling braucht: Tempo und Farbe, Witz und Klasse.
Frankfurter Rundschau, 24.01.2011
Die Produktion bietet (…) beste Voraussetzung, um Rossini zu lieben oder lieben zu lernen. Da ist zunächst das Staatsorchester mit einer gestochen scharfen Ouvertüre unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Marc Piollet zu nennen. (…) Der Abend zeichnet sich nicht zuletzt durch eine sehr homogene Ensemble-Leistung aus. (…) Thomas de Vries glänzt als schmerbäuchiger Bartolo mit Virtuosität und Spielwitz, Bernd Hofmann gibt einen profunden Don Basilio, und nach Verdis Falstaff hat Kiril Manolov erneut Gelegenheit, sich mit seiner baritonalen Urgewalt in die Herzen der Zuhörer zu singen. Dass er als Figaro nicht nur vokal brilliert, sondern zum Gaudium des Publikums dem Personal seines Intrigenspiels immer wieder die gewagtesten Frisuren zaubert, gehört zu den vielen kleine und größeren Köstlichkeiten dieser so fantasievollen Inszenierung. Das muss man sehen und hören (…).
Wiebadener Kurier / Tagblatt, 24.01.2011

Termine und Tickets

Do 16.02.12 19:30 Buchungs-Anfrage
Do 16.02.12 19:30 Buchungs-Anfrage
Fr 23.03.12 19:30 Buchungs-Anfrage
Fr 15.06.12 19:30 Buchungs-Anfrage

Aufführungsort

Großes Haus
Christian-Zais-Straße 3
65189 Wiesbaden

Interaktive Karte

In direkter Nähe befindet sich ein Parkhaus und eine Tiefgarage. Mit dem Bus erreichen Sie das Theater mit den Linien 1 und 8, Haltestelle „Kurhaus/Theater”.

Das Große Haus verfügt über mehrere Rollstuhlplätze im Parkett, einen Aufzug in die Ränge gibt es nicht.

1894 wurde das im neobarocken Stil erbaute Staatstheater Wiesbaden unter Anwesenheit Kaiser Wilhelm II. eröffnet. 1923 zerstörte ein Brand die Kuppel des Bühnenturms, 1942 beschädigte eine Bombe das Theater schwer. In den Jahren 1975-1978 wurde das Haus nach altem Vorbild restauriert, modernisiert und ein Anbau hinzugefügt. Wolfgang Lenz stellte den Zuschauerraum mit seinen Halbplastiken, Stukkaturen und dem prächtigen Deckengemälde originalgetreu wiederher. Heute umfasst das Große Haus 1041 Plätze, die verteilt sind auf die Bereiche Parkett/Orchestersessel sowie drei Ränge. Durch umfangreiche Baumaßnahmen in den letzten Jahren wurde der Zuschauerraum saniert und die Bühnentechnik so modernisiert, daß das Theater nun über hervorragende technische Möglichkeiten verfügt.

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden ist ein Fünf Sparten Haus mit etwa 600 Beschäftigten. Mehr als zwanzig Neuinszenierungen in Oper, Schauspiel und Ballett bieten zusammen mit den vielfältigen Aufführungen des Repertoires in jeder Spielzeit ein großes kulturelles Angebot, das sowohl klassische Werke als auch modernes Musiktheater und Stücke der dramatischen Gegenwartsliteratur umfasst.

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