„Le roi s’amuse ist der großartigste Stoff und vielleicht das größte Drama der Moderne!“, schrieb Verdi an seinen Librettisten Francesco Maria Piave. Zu Beginn des Jahres 1850 hatte Verdi das Drama Victor Hugos entdeckt und war fasziniert von dem Schicksal des verkrüppelten Hofnarren Rigoletto, den sein körperliches Gebrechen, aber auch sein maßloses und überhebliches Verhaltenzu einem Außenseiter der höfischen Gesellschaft macht. Im Zentrum der Oper, die zunächst den Titel La Maledizione erhalten sollte, stand für Verdi der Fluch eines unglücklichen Vaters, der die verlorene Ehre seiner Tochter beklagt, deswegen vom Hofnarren belacht wird und diesen verflucht. Doch dann muss Rigoletto miterleben, wie Gilda, seine einzige Tochter, den Liebesbeteuerungen des skrupellosen Herzogs erliegt. Außer sich vor Zorn engagiert er den Auftragsmörder Sparafucile. Die Maßlosigkeit seiner Rache schlägt auf ihn selbst zurück, undam Ende ist nicht der Herzog das Opfer, sondern seine Tochter.
Nach verschiedenen, zensurbedingten Überarbeitungen erfolgte die Uraufführung der Oper 1851 am Teatro La Fenice in Venedig – der Grundstein zu Verdis Weltruhm war gelegt. Die besondere Bedeutung des Rigoletto liegt in der Umwertung und Neubelichtung der Tradition der italienischen und romantischen Oper, an die das Werk äußerlich anknüpft. Das Neue besteht im Einbruch des Realismus in die Romantik. Dass das Wahre nicht automatisch auch das Schöne ist, war 1850 keine neue Erkenntnis mehr, es aber in die Form einer italienischen Oper zu bringen, in eine Form also, zu deren Basis und Selbstverständnis die Popularität gehört, war neu, wenn nicht revolutionär.
| Genre: | Oper |
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